Acad Write | Ghostwriterblog

 

Immer noch Streit um Guttenbergs Doktorarbeit

17.06.2013

Wenngleich die Dissertation des Freiherren zu Copy and Paste inzwischen kaum noch Fragen offen lässt, schwelt ein in der Folge ausgebrochener Streit weiter. Jemand hatte unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz Einblick in die Ausarbeitungen des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags verlangt, aus denen sich Guttenberg reichlich bedient hatte. Die Bundestagsverwaltung lehnte das ab, kassierte aber in der gerichtlichen Auseinandersetzung zumindest in der ersten Instanz eine Ohrfeige. Das Verwaltungsgericht Berlin entschied, dass das Urheberrecht der Verfasser einer Veröffentlichung der Dokumente des wissenschaftlichen Dienstes nicht entgegensteht, wie die Verwaltung des Bundestags argumentiert hatte. Rechtskräftig ist die Entscheidung noch nicht. Der Bundestag hat ein eigenes Gutachten zur Rechtslage in Auftrag gegeben, das mittlerweile vorliegt. Dieses Gutachten tut, was Gutachten im Allgemein...

Angst essen Schulleiterseele auf

14.06.2013

Die diesjährige Verleihung des Aachener Friedenspreises gerät zur Farce. Drei Schulen wurden - stellvertretend für zahlreiche andere - ausgezeichnet, weil die Schulkonferenz beschlossen hat, Auftritte der Bundeswehr in der Schule nicht zuzulassen. Zahleiche Bundesländer haben mit der Bundeswehr Kooperationsvereinbarungen geschlossen, gemäß denen die Bundeswehr in den Schulen Lehrveranstaltungen zur Sicherheits- und Außenpolitik abhalten kann. Meist entpuppten sich diese als relativ plump getarnte Werbeveranstaltungen, in denen Nachwuchs für die Truppe angeworben werden sollte. Einige Schulen wollten das nicht mehr dulden, unter ihnen auch die Hulda-Pankok-Gesamtschule in Düsseldorf, die 2010 einen entsprechenden Beschluss fasste. Mittlerweile hat die Schule eine neue Leiterin, und der passt das gar nicht. Von de Maiziere lernen heißt Spitzfindigkeiten lernen Die Schulleiterin beschloss daher kurzerhand, d...

Russland jagt Plagiatsjäger

10.06.2013

Verglichen mit russischen Verhältnissen nehmen sich die deutschen Plagiatsaffären geradezu lächerlich aus. So ziemlich jeder, der es in Politik oder Wirtschaft zu irgendetwas gebracht hat, kauft sich einen Doktortitel an einer der unzähligen Universitäten im Lande. Nirgends auf der Welt bieten so viele professionelle Ghostwriter ihre Dienste an wie in Russland. Mittlerweile regt sich zumindest ein wenig Widerstand gegen diesen Vorgehen, beispielsweise von der Plattform "Antiplagiat", die aus der Jagd nach Plagiaten ein lukratives Geschäft gemacht hat. Das allerdings hat ihr bereits Ärger mit der Staatsanwaltschaft eingebracht. Das ist ein wenig pikant, weil "Antiplagiat im Wesentlichen vom Bildungsministerium finanziert wird. Die naheliegende Erklärung scheint nicht zu stimmen ...

Wissenschaft oder Ghostwriting?

08.06.2013

An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen. Manchmal sagt das in einem Text verwendete Vokabular mehr über die Intentionen des Autors als der eigentliche Inhalt. Seinerzeit zu meiner Zeit waren die Modebegriffe noch andere als heute. Wenn der AStA mal wieder ein neues Flugblatt auf dem Campus verteilte, brauchte man es nicht zu lesen. Es genügte, die -ismen zu zählen. Imperialismus, Faschismus, Militarismus....je mehr dieser -ismen der Verfasser im lockeren syntaktischen Kampfverband aufmarschieren ließ, desto näher war der Weltuntergang. Und desto stringenter die Vorgaben, was denn noch geforscht und gelehrt werden darf - und was nicht mehr. An Versuchen, Wissenschaftler zu Ghostwritern eigener Thesenpapiere zu machen, herrscht auch heute kein Mangel. Und auch heute genügt es, nach den entsprechenden Schlüsselwörtern im Text zu suchen. Jenen Wörtern also, die schon vor Beginn eines Forschungsprojekts klar vor...

Und noch einmal der Fachkräftemangel

03.06.2013

Hier wurde ja schon mehrfach thematisiert, dass das Verhalten der Unternehmen so gar nicht zum allgegenwärtigen Gerede über den angeblichen Fachkräftemangel passen will. Welche Gründe Unternehmen einfallen, um Bewerber abzulehnen, ist schon recht skurril - manchmal ist es sogar das falsche Sternzeichen! Bekannt ist, dass Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Lücken im Lebenslauf für viele potenzielle Arbeitgeber ein KO-Kriterium darstellen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat einen Kurzbericht veröffentlicht, in dem die Auswirkung einer Arbeitslosigkeit auf die Bewerberauswahl untersucht wurde Die Sache mit der Qualifikation Die übliche Sprechweise der über den Fachkräftemangel klagenden Unternehmen lautet, dass sich auf Stellenanzeigen keine qualifizierten Bewerber melden. Und es ist ein...