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Die vier Lerntypen

Jeder tickt anders: Die vier unterschiedlichen Lerntypen und die besten Lernstrategien für dich

Dieser Artikel entstand im Zuge eines Gastbeitrages für Studienzentrum „Gut durchdacht“ und wurde in englischer Sprache ebenfalls auf dem Harvard-Blog veröffentlicht. Damit auch du herausfinden kannst, welcher Lerntyp du bist und wie du dein Studium erfolgreich meisterst, haben wir dir hier noch mal alle wichtigen Punkte zusammengefasst.

Jeder Student kennt das: Zum Ende der Vorlesungszeit kommen sehr viele Klausur- und Prüfungstermine in kurzer Zeit zusammen, dazu Abgabefristen für Essays und Hausarbeiten. Oft müssen wichtige Texte immer und immer wieder gelesen werden, weil der Kopf einfach nicht mehr mitspielt. Zu Prüfungszeiten kommt außerdem das sogenannte „Bulimie-Lernen“ hinzu: Du fütterst dein Kurzzeitgedächtnis kurz vor der Prüfung mit vielen Informationen, um nach der Klausur alles kurzerhand wieder zu vergessen – und Platz für die nächste Prüfung zu machen. Einen Großteil der Informationen im Langzeitgedächtnis abspeichern, um sie später für den Job nutzen zu können? Fehlanzeige! Oft gehen Studenten aus dem Semester oder gar aus dem Studium mit dem Gefühl hervor, „eigentlich nichts gelernt“ zu haben.

Das muss aber nicht so sein. Es gibt Lernstrategien, die dir helfen, effektiv zu lernen und auch komplexe Informationen schon nach kurzer Zeit im Kopf zu behalten. Doch die Gehirne und damit die Fähigkeiten zum Erinnern sind bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb werden in der Theorie vier Kategorien von Lerntypen unterschieden, die jeweils individuelle Strategien zum zeiteffektiven, nachhaltigen Lernen anwenden könne

Die vier Lerntypen

Bei diesen Lerntypen spielt meist einer der Sinne eine zentrale Rolle: Hören, Sehen oder Fühlen. Der auditive Typ kann durch das Hören besser lernen, der visuelle Typ kann Fakten besonders gut aufnehmen und verarbeiten, die er sehen kann, und der motorische Typ braucht etwas Handfestes, mit dem er arbeiten kann, um besonders effektiv zu sein. Der vierte Lerntyp ist der kommunikative Typ: Dieser braucht die Interaktion mit anderen, um Informationen schnell verarbeiten zu können.

 Jeder hat also einen anderen Lerntyp – der eine könnte auf Vorlesungen gerne komplett verzichten und den ganzen Tag in Bibliotheken verbringen, der andere lernt gerade durch die Vorlesungen und Seminare am besten und der dritte lernt bevorzugt in der Lerngruppe. Sieh dich an der Uni um: Du wirst jeden Lerntyp finden!

Je genauer du herausfindest, welcher Typ du bist, desto mehr werden dir folgende Informationen helfen, die Studienzeit mit nachhaltigem und effektivem Lernen zu verbessern und Frust und Stress zu minimieren.

auditory type

Was zeichnet den auditiven Lerntyp aus?

Auditive Lerntypen nutzen bevorzugt ihr Gehör, um Informationen zu verarbeiten. Wenn du ein auditiver Typ bist, wirst du Vorlesungen aufmerksam folgen und Vorträge, Präsentationen und Erklärungen gerne nutzen. Anstelle von schriftlichen Texten nutzt du lieber Hörbücher oder du liest dir die Texte selbst laut vor, um sie dir besser zu merken. Hilfreiche Tipps:

  • Lies dir Texte vor oder nimm sie sogar auf, um sie dir anschließend anhören zu können
  • Suche dir einen ruhigen Lernort und vermeide ablenkende Hintergrundgeräusche – dafür bist du besonders empfindlich
  • Nutze Vorlesungen und Vorträge gut, denn sie erleichtern dir das Verstehen komplexer Stoffe
kinesthetic type

Was zeichnet den motorischen Lerntyp aus?

Motorische Lerntypen sind eher praktisch veranlagt. Als motorischer Typ liebst du es, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und auszuprobieren. Hier gilt das Prinzip Learning by Doing. Du bist im aktiven Lernen sehr gut – Exkursionen und Ausstellungen sind dein Ding, und am liebsten ahmst du komplexe Prozesse selbst nach, um sie zu verinnerlichen. Hilfreiche Tipps:

  • Nutze Modelle und praktische Veranschaulichungen so oft du kannst
  • Prägnante, kurze Texte sind für dich leichter zu begreifen – versuche, zu lange, eintönige Textpassagen zu meiden
  • Bleibe beim Lernprozess in Bewegung: zum Beispiel auf dem Fitnessgerät zu Hause oder beim Joggen. Wenn du sitzt, steh zwischendurch auf und beweg dich durch den Raum
visual type

Was zeichnet den visuellen Lerntyp aus?

Visuellen Lerntypen entgeht einfach nichts – sie können sich besonders gut Texte und auch Bilder merken. Wenn du ein visueller Typ bist, liebst du Bücher, aber auch anschauliche Grafiken und Statistiken. Du bist eine regelrechte Leseratte und saugst Texte geradezu auf. Vielleicht hast du sogar ein fotografisches Gedächtnis. Du liebst es, dir Notizen zu machen. Hilfreiche Tipps:

  • Erstelle Mindmaps oder Grafiken zum Visualisieren von Informationen
  • Nutze Lernkarteien, etwa zum Lernen von Vokabeln einer Fremdsprache
  • Schaue dir Lehrfilme oder hilfreiche Videos an
communicative type

Was zeichnet den kommunikativen Lerntyp aus?

Kommunikative Lerntypen lernen am besten im Dialog oder in der Gruppe. Als kommunikativer Typ verarbeitest du Informationen am besten, wenn du diese mit anderen diskutieren kannst. Die soziale Interaktion ermöglicht dir, komplexe Themen am besten zu begreifen, ohne dass es langweilig wird. Hilfreiche Tipps:

  • Nutze bestehende Lerngruppen, wo du kannst, oder gründe eine eigene Gruppe mit Kommilitonen, mit denen du dich gut verstehst
  • Bleibe im Austausch, um komplexe Sachverhalte zu verarbeiten: Beteilige dich in Seminaren an der Diskussion und schrecke nicht vor Fragen zurück
  • Tausche dich bei längeren Lernphasen mit Mitbewohnern, Familie oder Freunden aus, um einen Dialog herzustellen und den Lernprozess aufzulockern

Die Lerntypen: Nichts Halbes und nichts Ganzes?

Jeder Lerntyp kann also andere Kanäle zur Informationsverarbeitung am besten nutzen. Doch heißt das, dass jeder andere Weg damit ausgeschlossen ist? Keinesfalls! Die meisten Menschen haben zwar eine bevorzugte Lernmethode, sind aber in Wahrheit eine Mischung unterschiedlicher Lerntypen – und das ist auch gut so. Es ist belegt, dass unterschiedliche Lernstrategien und die Kombination mehrerer Lernkanäle sich positiv auf den Lernerfolg auswirken. Nichts ist nämlich schlimmer als aufkommende Langeweile durch die immer gleiche Lernform – es muss also Abwechslung her. Kombiniere deine bevorzugten Lernmethoden und deine Erinnerungsquote steigt – und damit dein Lernerfolg.
 

Und welcher Lerntyp bist du nun?

Das kannst du zwar am besten selbst herausfinden – aber wir können dir ein wenig Hilfe an die Hand geben.

Hier findest du weitere Infos über die Lerntypen:
philognosie.net/denken-lernen/vier-lerntypen-und-wie-sie-am-effektivsten-lernen
geo.de/geolino/mensch/5849-rtkl-lernen-welcher-lerntyp-bist-du

Und hier kannst du einen Test machen, der dir hilft, deinen Lerntyp besser zu bestimmen:
lerntypentest.plakos.de
philognosie.net/denken-lernen/lerntypen-test-welcher-lerntyp-bin-ich

Fange am besten gleich damit an, herauszufinden, welche Lernmethoden dir zusagen – und kombiniere dann die besten Vorgehensweisen, um Eintönigkeit zu vermeiden und deinen Lernerfolg nachhaltig zu verbessern!