„Bescheidenheit ist der Zaun der Weisheit“

Jüdisches Sprichwort

Die Themenwahl ist das Fundament Ihrer Diplomarbeit

Bevor Sie sich tatsächlich an das Recherchieren der theoretischen Grundlagen, die eigentliche Realisierung und auch das Schreiben der Diplomarbeit setzen können, müssen Sie sich zunächst Gedanken um das Thema Ihrer Arbeit machen. Dies ist nicht nur der erste, sondern auch der wichtigste Schritt bei der Erstellung einer erfolgreichen Diplomarbeit. Sie legen dabei nicht nur fest, was auf Ihrem Titelblatt steht, sondern gleichzeitig auch den Umfang und die Tiefe Ihrer Bearbeitung und Analyse. Eine solche Definition ist insbesondere deshalb wichtig, damit Sie einen ersten Überblick über den bevorstehenden Aufwand bekommen und damit auch überprüfen können, ob Sie die Arbeit in der Ihnen zur Verfügung gestellten Zeit in der erwünschten Tiefe überhaupt umsetzen können.

Doch es stellt sich hierbei die Frage, wie Sie für den geforderten Umfang der Diplomarbeit ein passendes Thema finden und benennen können. Wenn Sie sich dabei unsicher sind, ob Sie den Umfang entsprechend den Anforderungen richtig und vor allem zeitlich umsetzbar definieren können, fragen Sie bei Ihren Dozent*innen oder Betreuungspersonen nach. In einigen Studiengängen werden aus diesem Grund Themen zur Bearbeitung vorgeschlagen oder sogar zugewiesen. Diese Themen sind dann sowohl in ihrem Umfang als auch in ihrer Tiefe angemessen und umsetzbar, sodass Sie sich darüber keine Gedanken machen müssen, sondern direkt mit der Ausarbeitung des Exposés beginnen können. Es empfiehlt sich jedoch auch bei vorgegebenen oder vorgeschlagenen Themen, diese kritisch zu prüfen und offene Fragen zu klären, um sicherzugehen, dass man das Thema in Bezug auf das fachliche Wissen wie auch auf den Aufwand im Rahmen der Diplomarbeit bearbeiten kann.

Die Wahl eines eigenen Themas bietet aber auch Vorteile. So können Sie ein Thema auswählen, dass Sie interessiert, motiviert und entsprechend für Sie einfacher zu bearbeiten ist. Neben dem eigenständigen Aussuchen eines Themas können Sie auch in Kooperation mit einem*einer Praxispartner*in treten, um dessen Unterstützung bei der Themenwahl und Bearbeitung zu bekommen. Dies bietet zudem den Vorteil, dass der Mehrwert, die Relevanz für die Praxis und der Praxisnutzen der Diplomarbeit bereits so gut wie sicher sind. So oder so: Häufige Probleme und Risiken bei der Themenwahl, die es zu vermeiden gilt, sind zudem ein unklarer, ein zu enger oder zu weiter Fokus, fehlendes fachliches Wissen in grösserem Umfang, keine Verfügbarkeit von erforderlichen Ressourcen und Mitteln (Experten für Interviews, Anlagen, Zugang zu Daten usw.) oder das Thema ist zu komplex und daher nicht im geforderten zeitlichen Umfang realisierbar.

Warum wollen Sie das Thema, aus persönlicher und beruflicher Sicht, bearbeiten?

Finden eines passenden Themas für die Diplomarbeit

Um nun das passende Thema zu finden, müssen Sie ein wenig Vorarbeit leisten. Dazu sollten Sie zunächst reflektieren, wo Ihre eigenen Interessen sowie auch Ihre Stärken und Fähigkeiten liegen. Dies dient im weiteren Verlauf dazu, dass Sie nicht auf Themenbereiche stossen, die Ihnen nicht zusagen oder Ihnen gar Schwierigkeiten bereiten. Diese Reflektion sollte sich natürlich nur auf Ihren Fachbereich beschränken. Sehen Sie diese Beschränkung jedoch nicht in den reinen Inhalten des Studiengangs. Oft verstecken sich die interessanteren Themen ein bisschen weiter im Inneren der einzelnen Aspekte und Fachbereiche. Um genau diese versteckten Themen zu finden, ist es notwendig, dass Sie sich im Vorfeld bereits mit verschiedenen Quellen befassen. Dies dient zum einen der bereits genannten Themenfindung, zum anderen können Sie so ebenfalls die Themen ausschliessen, zu denen es zu wenig Fachliteratur für die weiterführende Recherche gibt. Für diese erste Recherche stehen Ihnen die gleichen Quellen zur Verfügung, die Ihnen auch in der weiteren Bearbeitung nützlich sein können. Darunter fallen zum Beispiel Unterlagen aus dem Studium, Fachbücher oder Beiträge aus Fachzeitschriften und dem Internet.

Wenn Sie sich nun die ersten Gedanken zur thematischen Orientierung gemacht haben, so steht Ihnen der nächste Schritt bevor. Dieser umfasst die genaue Formulierung einer Forschungsfrage, die Sie im Rahmen Ihrer Praxis- oder Abschlussarbeit diskutieren. Die Formulierung dieser Forschungsfrage muss jedoch keinesfalls als wirkliche Frage erfolgen. Sie können hierbei auch eine Behauptung, eine Umsetzung oder einen Themenbereich diskutieren. Denken Sie jedoch dabei immer daran, wie Sie planen, die Diplomarbeit umzusetzen. Versuchen Sie dazu bei der Formulierung auch darauf zu achten, dass diese nicht zu oberflächlich, aber auch nicht zu tiefgreifend wird. Überlegen Sie sich ebenfalls, inwiefern diese Forschungsfrage und deren Bearbeitung eine Relevanz für Sie haben. Dies kann ein Schnittpunkt zu aktuellen oder künftigen Projekten bei einem*einer zukünftigen Arbeitgeber*in sein. Es kann aber auch dazu führen, dass Sie für sich selbst wichtiges Fachwissen aneignen, womit Sie sich später auf dem Arbeitsmarkt besser präsentieren können. Auch können Sie Ihre Forschungsfrage dazu nutzen, direkt bestimmte Arbeitsgebiete oder Projekte von zukünftigen Arbeitgeber*innen zu diskutieren, um somit einen Mehrwert für diese zu erzielen, den nicht jede*r Studierende aufweisen kann.

Machen Sie sich insbesondere zu folgenden Punkten bei der Themenwahl Gedanken:

  • Warum wollen Sie das Thema bearbeiten? (beruflich und persönlich)
  • Haben Sie einen persönlichen und beruflichen Bezug zum Thema?
  • Ist das Thema nachvollziehbar und klar beschrieben?
  • Welche für die Praxis relevanten Fragen lassen sich aus dem Thema ableiten?
  • Welche Resultate und Erkenntnisse sind zu erwarten?
  • Wie lässt sich das Thema abgrenzen und interpretieren?
  • Welche Herausforderungen entstehen durch das Thema für die Diplomarbeit? (methodisch, fachlich, organisatorisch usw.)
  • Welche Mittel und Ressourcen benötigen Sie für die Bearbeitung des Themas und sind diese verfügbar?
  • Welches Fachwissen fehlt Ihnen noch zur Bearbeitung des Themas? Können Sie sich dieses Wissen in einer angemessenen Frist aneignen?

Die Themenwahl ist das Fundament Ihrer Diplomarbeit! Es lohnt sich daher, für die Themenwahl einige Zeit zu investieren!

Das Thema auf dem Prüfstand

In der Diplomarbeit dokumentieren Sie die Reflexion der Praxis anhand theoretischer Modelle und Konzepte und reflektieren den eigenen Standpunkt bezüglich Ihres Wissens und Ihrer Kompetenzen zum gewählten Thema. Wesentliche Anforderungen an eine Diplomarbeit sind darüber hinaus, neben einem persönlichen Bezug zum Thema, eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und dem gewählten Lösungsweg sowie ein persönliches Fazit bzw. eine Reflexion zum ganzen Realisierungsprozess. Daher ist es wichtig, bevor Sie sich für ein Thema entscheiden, das potenzielle Thema von A bis Z durchzudenken, um wirklich sicherzugehen, dass Sie das gewählte Thema auch effizient bearbeiten können. Nichts ist ärgerlicher, als kurz nach Beginn der Diplomarbeit feststellen zu müssen, dass das Thema nicht schlüssig bearbeitet werden kann, in der angedachten Form extrem aufwendig zu realisieren ist, die dazu benötigten Mittel und Ressourcen äusserst schwierig aufzutreiben sind oder bereits eine Vielzahl von Lösungen zur gewählten Problemstellung existieren – was die Originalität der Arbeit und allenfalls auch Ihre Motivation schmälert.

Wenn Sie ein potenzielles Thema gefunden haben, erarbeiten Sie für sich selbst ein knappes Exposé. Machen Sie sich Gedanken zum Titel, zur Problemstellung, zur Zielsetzung, zur Fragestellung und zum Vorgehen, ebenso wie auch zu den eingesetzten Methoden und zur Realisierung der Diplomarbeit. So werden Sie rasch feststellen, ob Sie das Thema schlüssig und effizient bearbeiten könnten.

Ein Arbeitstitel ist ein guter Ausgangspunkt für die weitere Ausarbeitung des Themas

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Diplomarbeit Thema: Beispiel

Der Titel ist dabei ein guter Ausgangspunkt. Ein vorläufiger Titel bzw. das Thema sollte kurz und knapp das Untersuchungsobjekt und die Zielsetzung umfassen. Beispiel: „Social-Media-Kommunikationskonzept zur Förderung der Mitarbeiterbindung im Unternehmen XYZ GmbH“. Das Untersuchungsobjekt beschreibt, was in der Diplomarbeit genau behandelt wird. In unserem Beispieltitel ist das ein Unternehmen („XYZ GmbH“), es kann aber auch eine Abteilung, ein gewisser Aspekt eines Unternehmens, ein bestimmter Stakeholder, ein Prozess, eine Maschine, eine bestimmte Gruppe Menschen usw. sein.


„Social-Media-Kommunikationskonzept zur Förderung der Mitarbeiterbindung im Unternehmen XYZ GmbH“


Die Problemstellung beschreibt, welches Problem im Verlauf der Diplomarbeit gelöst werden soll. Die Problemstellung sollte dabei nicht trivial sein, aber auch nicht zu komplex. Das heisst, das Problem sollte nicht innerhalb weniger Stunden lösbar sein, gleichzeitig sollten Sie aber auch schon klare Vorstellungen haben, wie das Problem angegangen werden kann und wie ein Lösungsweg aussehen könnte.

Zur Formulierung der Fragestellung („Forschungsfrage“) nehmen Sie am besten die Problemstellung und formulieren diese als offene Frage. Die Beantwortung der Fragestellung sollte dann später gleich zum Lösungskonzept führen. Die Zielsetzung formuliert gleichzeitig Ihren Auftrag. Allenfalls wird eine Zielsetzung bzw. ein Auftrag durch den*die Praxispartner*in formuliert, meistens müssen Sie den Auftrag jedoch selbst formulieren und dann mit den Involvierten absprechen.

Beachten Sie bei der Zielformulierung, dass das Ziel der Arbeit nicht ist, das Problem an sich zu lösen, sondern einen Lösungsweg bzw. ein Lösungskonzept aufzuzeigen, welches dann beispielsweise als Grundlage für eine Entscheidung in einem Unternehmen dient, um das spezifische Problem zu lösen. Eine Zielsetzung kann dabei jedoch sein, eine Ist-Analyse durchzuführen, um ein Soll- oder Lösungs-Konzept zu erarbeiten oder Empfehlungen abzugeben.

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