Diplomarbeit Betreuer oder Betreuerin finden – die Rolle der Betreuungsperson

Welchen Part übernimmt die Betreuungsperson während der Diplomarbeit und wieso ist das für Sie eine wichtige Person auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss?

Für die Durchführung der Diplomarbeit müssen Sie sich in der Regel eine Betreuungsperson suchen. Die Betreuungsperson sollte dabei nicht als ein notwendiges Übel betrachtet werden – im Gegenteil, sie kann wesentlich zum Erfolg Ihrer Diplomarbeit beitragen. Das bedeutet jedoch auch, dass Sie, gegebenenfalls neben einem*einer Praxispartner*in, einen weiteren Stakeholder während der Erarbeitung der Diplomarbeit berücksichtigen und einbeziehen müssen.

Welche Unterstützung kann Ihnen die Betreuungsperson bieten?

Die Aufgabe der Betreuungsperson ist es, neben der Beurteilung Ihrer Arbeit, Sie auf Kurs zu bringen und zu halten – jedoch nicht, an Ihrer Arbeit mitzuarbeiten. Darüber hinaus stellt die Betreuungsperson die Wahl eines geeigneten Themas sicher und auch, dass Sie das Thema richtig verstanden haben, die Arbeit zweckmässig gliedern und sie gibt Ihnen allenfalls Tipps zu wichtiger Literatur. Erwarten Sie von Ihrer Betreuungsperson daher nicht, dass sie sich in Details Ihrer Arbeit einbringt oder Korrekturen vornimmt. Die Betreuungsperson wird Sie vielmehr durch Hinweise unterstützen. Es liegt dabei jedoch bei Ihnen, ob Sie diese Hinweise berücksichtigen oder nicht. Für eine erfolgreiche Diplomarbeit ist es wichtig, die Hinweise und Feedbacks der Betreuungsperson zu berücksichtigen und in die Arbeit zu integrieren. Am Ende muss die Arbeit ja auch hauptsächlich Ihrer Betreuungsperson gefallen, oder?

Erwarten Sie von Ihrer Betreuungsperson daher nicht, dass sie sich in Details Ihrer Arbeit einbringt oder Korrekturen vornimmt.

Betreuer*in finden – wie finde ich eine gute Betreuungsperson?

Bei der Suche einer Betreuungsperson ist es ideal, wenn Sie bereits konkrete Vorstellungen und Ideen zu Ihrer Diplomarbeit haben. Am einfachsten fragen Sie Dozent*innen an, welche Sie bereits aus dem Unterricht kennen, ob sie die Betreuung Ihrer Diplomarbeit übernehmen.

Bedenken Sie bei der Wahl der Betreuungsperson, dass diese Ihnen nicht fachlich oder im Detail helfen wird, daher sollte die Fachkompetenz der Betreuungsperson in einem spezifischen Gebiet nicht das primäre Auswahlkriterium sein. Genauso wichtig ist es, dass es auf der persönlichen Ebene passt und Ihre Betreuungsperson Sie motivieren kann. Die Wahl kann jedoch auch davon abhängig sein, welche Unterstützung Sie sich erhoffen, beispielsweise in fachlicher Hinsicht oder bei der Vermittlung von Kontakten (z. B. Experteninterviews). So oder so hat die Wahl der Betreuungsperson einen Einfluss auf die Ausgestaltung des Themas und dessen Umsetzung in der Diplomarbeit.

Tipps für eine effektive und effiziente Zusammenarbeit mit der Betreuungsperson

Wenn Sie folgende Punkte berücksichtigen, können Sie den Austausch mit Ihrer Betreuungsperson optimal gestalten und möglichst viel davon profitieren:

  • Bauen Sie von Anfang an eine positive Arbeitsbeziehung zu Ihrer Betreuungsperson auf.
  • Achten Sie auf Freundlichkeit und Pünktlichkeit! Eine unentschuldigte Abwesenheit an einem Termin mit der Betreuungsperson wird Ihnen negativ anhaften.
  • Vereinbaren Sie die Termine mit Ihrer Betreuungsperson so früh wie möglich.
  • Sie müssen auf Ihre Betreuungsperson zugehen, nicht umgekehrt!
  • Bereiten Sie sich auf die Termine mit Ihrer Betreuungsperson vor. Die Anzahl der Termine ist begrenzt, nutzen Sie diese daher effektiv!
  • Damit sich Ihre Betreuungsperson optimal auf das Gespräch vorbereiten kann, senden Sie Ihre Fragen sowie allfällige Lösungsalternativen vorab per E-Mail. Achten Sie dabei auf eine klare und verständliche Formulierung.
  • Gehen Sie jeweils nochmals kurz auf die Punkte der letzten Besprechung ein und zeigen Sie kurz auf, was Sie daraus gemacht haben.
  • Respektieren Sie die Zeit Ihrer Betreuungsperson. Vermeiden Sie Fragen, zu denen Sie die Antworten auch rasch selbst finden (z. B. Formalitäten, Unrelevantes usw.) und halten Sie den vereinbarten Zeitrahmen der Gespräche ein.
  • Senden Sie den Zwischenstand nicht ungefragt an die Betreuungsperson. Fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.
  • Fragen Sie in der „Endphase“ nach, ob Sie den Entwurf der fertigen Arbeit der Betreuungsperson für ein Feedback senden dürfen. Häufig wird Ihnen die Betreuungsperson dies erlauben und Ihnen dann auch ein kurzes Feedback über die gesamte Arbeit geben (ohne damit die Benotung vorwegzunehmen).
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Die Besprechungen

Nach der Themenwahl dreht sich der Austausch mit der Betreuungsperson um das Exposé, oftmals auch Disposition genannt. Das Exposé soll das Vorhaben, welches Sie im Rahmen der Diplomarbeit realisieren, kurz beschreiben und das Vorgehen veranschaulichen. Es ist zudem hilfreich, um eine*n allfällig erforderliche*n Praxispartner*in für Ihre Diplomarbeit zu gewinnen und das Vorhaben im Detail abzustimmen. Wenn das Exposé akzeptiert wurde, haben Sie gleichzeitig das „O. K.“ für die Zielsetzung, die Problemstellung, die Fragestellung und das Vorgehen Ihrer Diplomarbeit. Das inhaltliche Ziel ist damit formuliert und die weitere Abstimmung mit der Betreuungsperson wird um einiges einfacher.

Obwohl Sie die Diplomarbeit selbstständig realisieren müssen und Ihre Betreuungsperson Sie lediglich mit Hinweisen und Tipps unterstützen kann, ist die regelmässige Abstimmung mit der Betreuungsperson wichtig. In der nachfolgenden Tabelle sind die häufigsten Punkte zusammengefasst, die während der verschiedenen Phasen einer Diplomarbeit mit einer Betreuungsperson abgesprochen werden. Zu den einzelnen Phasen können auch mehrere Besprechungen stattfinden.

Besprechungen mit der Betreuungsperson
Klärung der Zusammenarbeit
  • Kennenlernen und in die Wege leiten der Zusammenarbeit
  • Festlegen der Anzahl der Betreuungsgespräche, der Termine und des zeitlichen Rahmens der Besprechungen
  • Themenfindung
  • Klärung der Unterstützung: Welche Unterstützung kann und will die Betreuungsperson anbieten?
Themenfindung
  • Wie interessant/relevant ist das Thema?
  • Welche Aspekte des Themas sind besonders interessant?
  • Praxisbezug, Praxisnutzen
  • Wichtige Literatur zum Thema
Exposé
  • Klarheit, Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit des Exposés
  • Machbarkeit des Vorhabens
  • Sind die Ziele und Fragestellungen konkret genug oder zu weit gefasst?
  • Ist die vorgeschlagene Gliederung der Diplomarbeit zweckmässig?
  • Umfang und Qualität der vorläufigen Literatur
  • Ist der Zeitplan realistisch?
  • Entscheidung über die Akzeptanz des Exposés
  • Ggf. Anpassungen des Themas, des Ziels, der Problemstellung oder des Vorgehens
Besprechungen während der Erstellung

 

  • Ist die Diplomarbeit auf Kurs?
  • Sind Anpassungen des Ziels oder des Vorgehens notwendig?
  • Wie wird der aktuelle Stand beurteilt?
  • Bestehen ein roter Faden und ein sachlogischer Aufbau der Diplomarbeit?
  • Besprechung von Unsicherheiten und Problemen bei der Erarbeitung der Diplomarbeit
  • Abstimmen von Interviewleitfaden, Fragebogen u. Ä.
Vor der Abgabe
  • Ggf. globales Feedback zur Arbeit

Betreuerin finden Diplomarbeit
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Was tun, wenn es mit der Betreuungsperson nicht läuft?

Sie sehen, die Betreuungsperson nimmt einen wichtigen Part während der Diplomarbeit ein. Wenn die Zusammenarbeit mit der Betreuungsperson nicht funktioniert, suchen Sie möglichst zeitnah das Gespräch und versuchen Sie, die Erwartungen zu klären. Sollte das die Zusammenarbeit nicht nachhaltig verbessern, ist das letzte Mittel der Wahl, sich eine neue Betreuungsperson zu organisieren. Dies müssen Sie allerdings zuvor mit der Studiengangsleitung absprechen, insbesondere bevor Sie Ihrer Betreuungsperson „kündigen“. Bedenken Sie dabei auch, dass eine neue Betreuungsperson vielleicht wieder ganz andere Erwartungen und Vorstellungen an Ihre Diplomarbeit hat.

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Abbildungen

Les Gorgerettes (1922), Charles Martin, Gazette du Bon Ton. Original: Rijksmuseum. Digital verbessert: Rawpixel.

Dubbele Pagina (1921), Charles Martin, Gazette du Bon Ton. Original: Rijksmuseum. Digital verbessert: Rawpixel.

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