Quellenangaben – richtig zitieren

Quellen richtig zitieren und Zitate korrekt angeben

Wann muss ich eigentlich eine Quelle angeben?

Wissenschaftliche Arbeiten beruhen auf Daten, Fakten, Analysen und Auswertungen. Diese bekommt man in der Regel aus anderen Quellen. Aber wo, wie häufig und wann muss ich diese Quellen eigentlich angeben? Dieser Leitfaden zeigt dir einige wichtige Leitlinien auf, damit du immer auf der sicheren Seite bist und Plagiatsaffären à la zu Guttenberg vermeidest.

Wer wissenschaftliche Arbeiten verfasst, muss in den meisten Fällen erst einmal den Forschungsstand zusammenfassen oder analysieren. Das machst du, indem du andere Texte benennst, ihre Inhalte wiedergibst und so weiter. Das geschieht über zwei übliche Methoden: das direkte Zitat und die indirekte Wiedergabe, auch Paraphrase genannt. Mit Quellenangaben weist du die Herkunft dieser Inhalte nach.

Doch nicht nur Texte werden mit Quellenangaben versehen: Auch jedes Bild, jede Grafik, jede Statistik braucht eine Quellenangabe. Denn sonst kann niemand wissen, ob du beispielsweise die Statistik selbst erstellt oder aus einer anderen Quelle hast. Quellenangaben tauchen also hinter jedem Fremdinhalt auf, und zwar im Fließtext in verkürzter Form (hier entweder als Kurzbeleg im Text nach APA oder Harvard oder als Beleg in einer Fußnote, in der meist eine Kurzform verwendet wird). Im Literaturverzeichnis (und gegebenenfalls auch Abbildungsverzeichnis usw.) am Ende der Arbeit tauchen alle Quellen in ausführlicher Schreibweise noch einmal auf, die indirekt oder direkt verwendet wurden.

Quellenangaben werden über zwei übliche Zitierweisen gemacht: Entweder über den Beleg im Text, bspw. nach der Harvard- oder APA-Methode, gemäß der eine kurze Quellenangabe in Klammern direkt im Fließtext steht, oder über Fußnoten, bei denen in der Fußzeile die Quellenangabe steht. Im vor allem medizinischen Bereich kommt außerdem die Vancouver-Methode zum Einsatz: Eine eckige Klammer mit Nummer im Text verweist auf eine ebenfalls nummerierte Quelle im Literaturverzeichnis. Diese drei Methoden werden oft verwendet; die Art der Zitierweise hat allerdings keinen Einfluss darauf, wann und wie häufig du Quellenangaben machen musst.

Tipp: Erkundige dich am besten bei deinem Dozenten, welche Zitierweise er bevorzugt!

Quellenangaben beim direkten Zitat

Direkte Zitate können sich in Fließtexten in verschiedener Form wiederfinden. Grundsätzlich sind sie mit Anführungszeichen gekennzeichnet, es sei denn, sie sind als Zitate in einem eingerückten Block als solche ersichtlich. Dabei können die Zitate mehr oder weniger vom eigentlichen Fließtext abgegrenzt, aber auch in diesen eingearbeitet sein.

Wichtig: Jedes direkte Zitat versiehst du immer direkt dahinter mit einer Quellenangabe, spätestens am Satzende des letzten Zitats.

Zwei Beispiele sollen das verdeutlichen:

Beispiel A)
Direkte Zitate
im eigenen Zitatblock
Johann Wolfgang von Goethe lässt seinen Protagonisten in seinem 1808 veröffentlichten Drama Faust. Der Tragödie erster Teil folgende Zeilen sagen:

Habe nun, ach! Philosophie
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh‘ ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor (…)! (von Goethe 1948: 16)
Wichtig:
Die Quellenangabe – hier nach der Harvard-Zitierweise – steht direkt hinter dem Zitat und weist die Herkunft der Worte damit nach.
Beispiel B)
Direkte Zitate
im Fließtext
Brecht möchte eine größere Nähe des Mediums zur Gesellschaft, er stört sich an der Abgeschlossenheit der Produktionen und Formate, weshalb Hans J. Kleinsteuber bereits in dieser Schrift die Forderung nach der „Wandlung von einem Distributionsmittel in ein Medium mit politischen Aufgaben“28 sieht. Wichtig:
Die Quellenangabe – hier ist es beispielhaft eine Fußnote – steht auch hier direkt hinter dem Zitat.

Quellenangaben in der indirekten Wiedergabe

Jetzt wird es etwas komplizierter. Denn indirekte Wiedergaben sind ja nicht direkt als solche gekennzeichnet – es gibt weder Anführungszeichen noch einen abgesetzten Zitatblock. Normalerweise tauchen sie auf, wenn man Gedanken, Analysen oder Ergebnisse anderer Autoren aufgreifen möchte.

Wichtig: Auch indirekte Wiedergaben sind immer mit einer Quellenangabe zu versehen! Anderenfalls kann sonst der Eindruck entstehen, du wolltest den Text als deine eigenen Gedanken ausgeben und den wahren Autor verheimlichen. Dann steht der Vorwurf eines Plagiats im Raum.

Beispiel C)
Indirekte Wiedergabe
unter Nennung des Autors
Zugleich schließt Flaherty Fälle von vermeintlichen Schreibhemmungen aus, die beispielsweise aus der Abneigung von Schülern gegenüber ihrem Thema resultieren oder von der Außenwelt aufgetragen werden, etwa wenn Autoritätspersonen dem Schreibenwollenden die Niederschrift verbieten.18Wichtig:
Die Quellenangabe am Schluss ist in diesem Fall wichtig, damit jeder überprüfen kann, wo die Annahmen des erwähnten Autors zu finden sind und ob sie korrekt übernommen wurden.
Beispiel D)
Indirekte Wiedergabe
ohne Nennung des Autors
Der ursprünglich angedachte Zweck des ARPANET war die gemeinsame Benutzung der kostbaren Computerressourcen durch mehrere Fachnutzer. Schon früh wurde das Netzwerk jedoch auch durch weniger fachbezogene Nutzer, etwa Seismologen, genutzt (vgl. Abbate 1999: 101).Wichtig:
Im Text befindet sich erst einmal kein Hinweis darauf, woher diese Informationen stammen. Die Quellenangabe am Ende des Absatzes klärt das auf und wird bei den meisten Zitiertechniken mit einem „vgl.“ eingeleitet.

Quellenangaben machst du also wirklich hinter jedem fremden Text, Bild oder auch nur Gedanken. Denn das ist das Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens: die Nachweisbarkeit der Information. Sonst bleiben die Inhalte bloße Behauptungen oder stellen im schlimmsten Fall ein Plagiat dar.

Tipp: Du musst bei längeren Paraphrasen nicht hinter jedem Satz eine Quellenangabe einfügen – am Ende eines Absatzes reicht. Aber mache im Zweifel lieber eine Quellenangabe zu viel als zu wenig!

Wo finde ich weitere Infos zu Quellenangaben?

Schau mal hier vorbei für Infos zu Zitaten und Quellenangaben sowie praktische Tipps:
youtube.com/watch?v=l1sy2-M-0iU
youtube.com/watch?v=6K2Y1ARrKYI

Und hier anschauliche Videos zum Thema Plagiat:
youtube.com/watch?v=IqAKPGNaceI
youtube.com/watch?v=sK92wsG1iYQ