Green Economy und
Sharing Economy erklärt

Erfolg seit 2004
BWL-Ratgeber

Green Economy & Sharing Economy

Die fortschreitende Klimakrise, die zunehmende Digitalisierung und die weiterhin anhaltende Verknappung natürlicher Ressourcen sind drei der zentralen Herausforderungen, mit denen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aktuell konfrontiert sind. Um diese zu bewältigen, stehen verschiedene Lösungsansätze zur Verfügung, sowohl auf gesellschaftlicher und individueller Ebene als auch auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Zwei dieser Konzepte – die Green Economy und die Sharing Economy – sollen nachfolgend näher vorgestellt werden.

Grüne Wirtschaft

Der Begriff Green Economy, grüne Wirtschaft, verweist auf das Ziel einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Wirtschaft, in deren Rahmen Ökonomie und Ökologie in Einklang miteinander stehen.

Green Economy

Der Begriff Green Economy, grüne Wirtschaft, verweist auf das Ziel einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Wirtschaft, in deren Rahmen Ökonomie und Ökologie in Einklang miteinander stehen. Seinen Ursprung hat das Konzept in der Erkenntnis, dass unsere bisherige Wirtschaftsweise unsere Lebensgrundlagen zusehends zunichtemacht. Schon heute leiden Millionen Menschen an den Folgen der Ausbeutung und Zerstörung der Natur, etwa durch verschmutzte Luft, vermüllte Ökosysteme, überfischte Meere oder unfruchtbare Böden. Künftige Generationen werden, sofern die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit nicht gelingt, daher zumindest signifikante Wohlstandsverluste hinnehmen müssen. Um diesen Prozess aufzuhalten und der sich abzeichnenden negativen Entwicklung entgegenzuwirken, ist jedoch nicht nur ein wirtschaftlicher Wandel vonnöten, vielmehr müssen sich auch unsere Konsumgewohnheiten und unsere Lebensweise grundlegend ändern. Hierfür ist es unerlässlich, die Akzeptanz für eine Green Economy innerhalb der Bevölkerung zu stärken. Daher wird besonders betont, dass die Ziele der Green Economy sowohl ökologischer als auch ökonomischer und sozialer Natur sind. So sollen auf der einen Seiten die Artenvielfalt, die Natur und das Klima geschützt werden, auf der anderen Seite soll aber auch eine zukunftsfähige und leistungsstarke Wirtschaft etabliert werden, die in der Lage ist, den Wohlstand der Menschheit nicht nur zu erhalten, sondern für alle zu verbessern, ohne dabei jedoch Schäden an der Umwelt zu verursachen. Neben einer nachhaltigen und ökologischen Wirtschaft steht damit auch eine Verringerung von Armut und sozialer Ungerechtigkeit im Fokus der Green Economy.

Die Vorteile einer Green Economy lassen sich dementsprechend in ökologische, soziale und ökonomische Vorteile differenzieren:

  • Ökologische Vorteile sind vor allem der Schutz der Artenvielfalt, des Klimas und der verschiedenen Ökosysteme an Land und im Wasser sowie die Verringerung der Umweltverschmutzung.
  • Soziale Vorteile liegen unter anderem in einer Verringerung gesundheitlicher Gefahren durch die Vermeidung schädlicher Emissionen oder der Verschmutzung von Gewässern, in einer Reduzierung des weltweiten Hungers durch die Vermeidung von klimawandelbedingten Ernteausfällen sowie in einer Verbesserung der Lebensqualität.
  • Vorteile für Unternehmen ergeben sich etwa durch Kosteneinsparungen aufgrund von Effizienzgewinnen, durch eine Verringerung der Ausfallwahrscheinlichkeit von Investitionen, durch eine geringe Abhängigkeit von Preisschwankungen fossiler Energieträger sowie durch eine Verbesserung der Reputation aufseiten von Kund:innen und Arbeitnehmer:innen.

Darüber hinaus bietet die Green Economy auch Vorteile für Volkswirtschaften: So können beispielsweise durch innovative grüne Geschäftsmodelle oder durch eine Regionalisierung der Liefer- und Wertschöpfungsketten neue Arbeitsplätze entstehen. Des Weiteren werden Kosten für das Gesundheitssystem reduziert, wenn weniger Menschen an Folgeerkrankungen von Wasser-, Luft- und Umweltverschmutzung leiden. Zudem ist davon auszugehen, dass angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und gleichzeitig schwindender Ressourcen eine nachhaltige Wirtschaft nicht nur zunehmend relevanter für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sein wird, sondern auch für internationale Standort- und Investitionsentscheidungen.

Um die Transformation in Richtung einer Green Economy zu erreichen, stehen Unternehmen verschiedene Instrumente zur Verfügung:

  • Nutzung erneuerbarer Energie,
  • nachhaltige und umweltfreundliche Gestaltung der Liefer- und Wertschöpfungsketten,
  • Verwendung nachwachsender Rohstoffe in der Produktion,
  • Reduzierung klimaschädlicher Emissionen und umweltschädlicher Abfallprodukte,
  • Einsatz energieeffizienter Technologie,
  • Steigerung der Effizienz von Produktionsverfahren zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs,
  • Umwandlung des Fuhrparks durch Car Sharing und E-Mobilität,
  • Erhöhung der Energieeffizienz von Produktionsstätten und Bürogebäuden,
  • Etablierung einer Kreislaufwirtschaft zur Vermeidung von Abfall und zur Schonung von Ressourcen.

Die Politik kann Unternehmen hierbei auf vielfältige Weise unterstützen, etwa durch die Modernisierung der Infrastruktur im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz oder durch eine Subventions- und Steuerpolitik, die bewusst auf die Förderung von Nachhaltigkeit setzt. Ausschlaggebend für einen Wandel hin zu einer Green Economy ist jedoch, dass sämtliche Akteur:innen einer Volkswirtschaft, das heisst Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, mit in den Prozess der Transformation einbezogen werden und gleichermassen von Vorteilen profitieren können, um etwaige Widerstände und Interessenskonflikte zu vermeiden.


 

Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Green Businessplan.

BWL

Texterstellung für BWLer:innen

BWL Hilfe
Teilendes Wirtschaftssystem

Das Konzept der Sharing Economy begrenzt sich nicht nur auf Produkte, sondern wird auch auf Dienstleistungen, Räumlichkeiten und Informationen angewendet.

Sharing Economy

Während die Green Economy ihren primären Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit legt, basiert die Sharing Economy auf der Idee eines Konsumverhaltens, das von unserem bisherigen abweicht: Anstatt Güter ständig neu zu kaufen, werden diese geteilt, gemeinschaftlich genutzt oder nach Gebrauch anderen zur Verfügung gestellt. So können sowohl Ressourcen als auch Energie eingespart werden, die ansonsten für die Produktion neuer Güter verbraucht werden würden. Primäre Ziele sind damit ein geringerer Ressourcenverbrauch und eine bessere Kapazitätsauslastung bei gemeinsamer Nutzung sowie ein bewussteres Konsumverhalten und ein besseres soziales Miteinander. Das Konzept der Sharing Economy begrenzt sich dabei nicht nur auf Produkte, sondern wird auch auf Dienstleistungen, Räumlichkeiten und Informationen angewendet.

Einige bekannte Beispiele sind etwa:

  • die Unterkunftsvermittlungen Airbnb und Couchsurfing,
  • Bike- und Carsharing sowie Mitfahrzentralen,
  • das Online-Wissensportal Wikipedia,
  • Baumärkte, bei denen Kund:innen sich etwa Geräte für handwerkliche Arbeiten leihen können,
  • Plattformen zum Tauschen oder zum Leihen von Spielzeugen oder Kleidung,
  • Co-Working-Angebote, bei denen sich Nutzer:innen Arbeitsplätze oder Büroräume teilen.

Die Sharing Economy ist kein wirklich neues Konzept: Das Tauschen und Leihen von Produkten oder das Verkaufen gebrauchter Gegenstände oder Kleidung gibt es schon länger, etwa in Form von Bibliotheken, Autovermietungen oder Secondhandgeschäften. Neu ist allerdings die weitreichende Verbreitung über Social Media, Onlineplattformen und Apps, die es ermöglichen, dass viele innovative Geschäftsmodelle entstehen, die sowohl den Anbieter:innen als auch den Nutzer:innen verschiedene Vorteile bieten. Wer Sharing-Angebote nutzt, bezahlt dafür beispielsweise weniger als beim Kauf eines Neuprodukts. Zudem sind die Dienste unkompliziert zu handhaben, jederzeit zugänglich und bieten auch privaten Anbieter:innen die Möglichkeit, sich durch den Verkauf nicht mehr benötigter Produkte oder durch das Angebot von Dienstleistungen etwas dazuzuverdienen. Unternehmen in der Sharing Economy profitieren vor allem durch den erleichterten Zugang zu neuen Märkten und Kund:innen sowie durch die Daten über deren Kauf- und Nutzungsverhalten, die aus den Sharing-Transaktionen gewonnen werden. Dieser Umstand verweist bereits auf einen Nachteil des Sharing-Economy-Konzepts: In vielen Geschäftsmodellen werden Daten gesammelt und zu Marketingzwecken ausgewertet. Die Nutzer:innen sollten sich daher darüber bewusst sein, dass viele Sharing-Economy-Modelle mit einer Weitergabe persönlicher Informationen, etwa über Produkt- oder Konsumpräferenzen, verbunden sind. Ein weiterer Kritikpunkt an der Sharing Economy bezieht sich auf die starke Kommerzialisierung: Was früher häufig unentgeltlich war, wird zunehmend durch kostenpflichtige Angebote ersetzt. Diese Verdrängung betrifft mitunter auch Unternehmen, die sich durch die Sharing Economy bedroht fühlen, beispielsweise die Taxi-Branche durch den Fahrdienst Uber oder die Tourismus-Branche durch Airbnb. Obwohl es an der Sharing Economy damit einige Kritikpunkte gibt, bietet das Konzept dennoch ein grosses Potenzial im Hinblick auf ein nachhaltigeres Konsumverhalten und einen bewussteren Umgang mit endlichen Ressourcen.

Literatur

Für weiterführende und vertiefende Informationen rund um die Themen Green Economy, Nachhaltigkeit und Sharing Economy empfehlen wir unter anderem die folgenden Quellen:

  • Busch, Christoph et al. (2019): Sharing Economy in Deutschland. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.
  • Kahlenborn, Walter, Clausen, Jens, Behrendt, Siegfried & Göll, Edgar (Hrsg.) (2019): Auf dem Weg zu einer Green Economy. Bielefeld: transcript Verlag.
  • Metropolitan Fachredaktion (2021): Jahrbuch Nachhaltigkeit 2021. Regensburg: Metropolitan.
  • Pettifor, Ann (2020): Green New Deal: Warum wir können, was wir tun müssen. Hamburg: Hamburger Edition.
Vergleich

Vergleich Green Economy und Sharing Economy

Green EconomySharing Economy
FokusVorteileHerausforderungenHerausforderungenVorteileFokus
Vereinbarung von Ökologie und Ökonomie
  • Ressourcenschonung,
  • Umwelt-, Arten- und Klimaschutz,
  • Image- und Effizienzgewinne für Unternehmen,
  • Unabhängigkeit von Preisschwankungen fossiler Energien bei Umstieg auf erneuerbare Energien
  • Mitunter höhere Kosten für anfängliche Investitionen, etwa in energieeffiziente Produktionsanlagen oder Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität,
  • gesellschaftlicher Wandel erfordert individuelles Engagement & Commitment,
  • ggf. hoher zeitlicher Aufwand für Schulung des Personals,
  • mögliche Widerstände von Lobbygruppen
  • Verdrängungseffekte in etablierten Branchen,
  • Sammlung und Auswertung persönlicher Daten,
  • Kommerzialisierung vormals unentgeltlicher Tauschbörsen,
  • geringere Gewährleistung und Garantien,
  • mitunter schnellere Abnutzung von Produkten bei häufigem Gebrauch,
  • mögliche Rebound-Effekte
    (unklar, ob durch das eingesparte Geld wirklich weniger konsumiert wird oder das Geld für Konsum an anderer Stelle ausgegeben wird)
  • Ressourcenschonung,
  • bessere Kapazitätsauslastung,
  • geringere Kosten für Nutzer:innen als bei Kauf,
  • Verdienstmöglichkeiten für private Anbieter:innen,
  • Förderung von innovativen Geschäftsmodellen,
  • Zugangsmöglichkeiten für Unternehmen zu neuen Märkten und Zielgruppen
Veränderung des Konsum- und Kaufverhaltens in Richtung eines bewussteren Konsums
Pro Tip

Combine both!

😃

Share green Economy

Beratung anfordern

Unsere kompetenten Autor:innen helfen gerne weiter

Sollten Sie Unterstützung benötigen, helfen Ihnen unsere kompetenten Autor:innen gerne weiter, beispielsweise in Form eines themenspezifischen Coachings, eines fachlichen Lektorats oder mit professionellem Support bei der Erstellung schriftlicher Arbeiten.

Fragen Sie hier unverbindlich nach!

Unverbindlich beraten lassen