Thema für die Masterarbeit finden

Thema und Problemstellung

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Thema und abgeleitete Problemstellung – Kernstücke jeder wissenschaftlichen Arbeit

Jede wissenschaftliche Arbeit steht und fällt mit ihrem Thema und dessen Bearbeitung – das ist nicht verwunderlich, denn der originäre Grund für das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit ist die Beantwortung einer im Hinblick auf das Forschungsgebiet interessanten Problemstellung oder Forschungsfrage in einem wissenschaftlich sinnvoll und vonseiten der jeweiligen Hochschule geregelten Rahmen. Das Thema der Masterarbeit sollte daher aus Sicht der Forschung relevant und aus Sicht der bzw. des Studierenden, die bzw. der die Themenstellung bearbeitet, machbar erscheinen. Wenn ein Thema zu komplex oder auch einfach zu umfangreich ist, um es im Rahmen einer studentischen Abschlussarbeit anzugehen, wäre dies suboptimal im Hinblick auf die Bearbeitung und die spätere Bewertung der Masterarbeit. Ist ein potenzielles Thema hingegen nicht forschungsrelevant, eignet es sich möglicherweise ebenfalls nicht für eine Bearbeitung; eine geplante Problemstellung würde in diesem Fall ggf. hochschulseitig nicht zugelassen oder die Arbeit würde schlechter bewertet werden. Es gibt also bei der Wahl des Themas für die Masterarbeit einige Dinge zu beachten, wie nachfolgend erläutert wird.

Frühzeitiges Bemühen um ein Thema für die Abschlussarbeit

Hinweis

Mit der Entscheidung für ein Thema für die Masterarbeit fällt häufig auch die Entscheidung für die Betreuungsperson. Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass spezifische Themenstellungen in vielen Fällen entweder direkt von einem Lehrstuhl vergeben werden oder sich speziell für die Betreuung durch die Inhaberin bzw. den Inhaber eines Lehrstuhls eignen.

Gleich zu Beginn des Masterstudiums sollte die Frage nach dem Thema für die Abschlussarbeit relevant werden. Bereits frühzeitig im Studienverlauf sollte sich um eine grobe Thematik für die Masterarbeit bemüht werden. Dabei sollte vonseiten der bzw. des Studierenden eine aktive Beteiligung an der Suche erfolgen, denn nur in Ausnahmefällen ergibt sich eine Themenstellung für die Abschlussarbeit von selbst, also etwa durch einen glücklichen Zufall. Besteht bereits Interesse an einem bestimmten Thema oder Themengebiet, so sollte überlegt werden, welche Professorin bzw. welcher Professor am besten als Betreuungsperson geeignet sein könnte. Hierbei spielt die fachliche Passung des entsprechenden Lehrstuhls die wesentlichste Rolle, auch wenn Kriterien wie Sympathie und die zwischenmenschliche Passung, beispielsweise im Hinblick auf Kommunikation und erforderliche Absprachen, ebenfalls berücksichtigt werden sollten.

 

 

Hinweis

Neben den bereits genannten Gründen, die für eine frühe Suche nach einem geeigneten Thema für die Masterarbeit sprechen, hinterlassen ein aktives Auftreten und frühzeitiges Engagement einen positiven Ersteindruck bei der Betreuungsperson, sodass das Betreuungsverhältnis von vornherein positiv startet.

Aber vor allem, wenn im Hinblick auf ein mögliches Thema für die Masterarbeit noch keine konkrete Vorstellung besteht, sollte sich frühzeitig darum gekümmert werden, diesen Zustand zu ändern. Denn wenn interessanter erscheinende oder mehr den persönlichen Präferenzen entsprechende Themenstellungen, die bei Professorinnen und Professoren zur Auswahl stehen, bereits vergeben wurden, ist es möglicherweise der Fall, dass die Masterarbeit zu einem Thema geschrieben werden muss, das weder der individuellen Interessenlage noch den vorhandenen Kompetenzen entspricht. Hinzu kommt, dass möglicherweise in diesem Fall mit einer Betreuerin bzw. einem Betreuer zusammengearbeitet werden müsste, die bzw. der aus der persönlichen Sicht nicht optimal für die Betreuung geeignet erscheint – nämlich dann, wenn andere, im Hinblick auf die Betreuung bevorzugte Professorinnen und Professoren keine zeitlichen Kapazitäten mehr haben, weil andere Studierende diese bereits für sich beanspruchen.

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Entstehung eines Themas für die Abschlussarbeit

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für die Entstehung eines Themas für die Masterarbeit:

  • Eine Professorin bzw. ein Professor kann Themen für Abschlussarbeiten vorgeben – entweder können diese für alle Studierenden zur Auswahl bereitstehen oder einer bzw. einem bestimmten Studierenden kann auf Anfrage ein Thema vorgeschlagen werden.
  • Studierende können sich alternativ selbst ein Thema erarbeiten, wobei zu beachten ist, dass das Thema zwingend an die thematischen Schwerpunkte im Studium angrenzen und eine Betreuungsperson gefunden werden muss, welche das Thema akzeptiert und somit die Betreuung der Masterarbeit übernimmt.

Nachfolgend wird genauer erläutert, wie die Entstehung von Themenstellungen für die Masterarbeit bei der jeweiligen Variante vonstattengeht und welche Besonderheiten zu berücksichtigen sind.

Wählen aus vorgegebenen Themenstellungen

Vorgegebene Themenstellungen können von Professorinnen und Professoren beispielsweise in einem Intranet der Hochschule zur Verfügung gestellt werden. Ist dies nicht der Fall, können Studierende potenzielle Betreuungspersonen auch mit der Frage kontaktieren, ob derzeit Themen für die Bearbeitung im Rahmen einer Masterarbeit zur Auswahl stehen. Zu beachten ist, dass nur bei ernsthaftem Interesse eine entsprechende Anfrage gestellt werden sollte. Zwar kostet Fragen nichts und eine Anfrage bei mehreren potenziell geeigneten Personen ist prinzipiell möglich – und kann sinnvoll sein, um Vergleiche ziehen zu können und sich für das individuell am besten erscheinende Thema zu entscheiden. Aber es sollte trotzdem nur dann bei Professorinnen und Professoren angefragt werden, wenn zumindest theoretisch wirklich Interesse besteht. Wenn infolge der Rückmeldung potenzieller Betreuungspersonen ein spezieller Themenvorschlag favorisiert wird, sollte – möglichst schriftlich – Interesse bekundet werden, da die Professorin bzw. der Professor das Thema sonst immer noch an andere interessierte Studierende vergeben könnte. Sofern dies bereits möglich ist und um auf Nummer sicherzugehen, kann das Thema mithilfe der Betreuungsperson auch bereits offiziell angemeldet werden.

Zu berücksichtigen ist, dass Professorinnen und Professoren bei vorgegebenen Themen in den meisten Fällen ein klares Ziel für die geplante Arbeit vor Augen haben. Sie wissen schon vorab recht genau, wie die Arbeit aufgebaut sein sollte, welche Aspekte in dem Text Berücksichtigung finden sollten – und teilweise sogar, in welche Richtung sich die Ergebnisse entwickeln sollten, also wie genau eine Forschungsfrage beantwortet werden sollte und wie nicht. Hier sollte mit Geschick und Fingerspitzengefühl, wann immer es sich anzubieten scheint, nachgehakt werden – und die dadurch erhaltenen Empfehlungen und Hinweise der Betreuungsperson sollten unbedingt in der Arbeit berücksichtigt werden.

Finden einer eigenen Themenstellung

Eine individuelle Themenstellung, die nicht oder kaum durch eine Professorin oder einen Professor vorgegeben bzw. mitbestimmt wird, entwickelt sich häufig aus eigenem Interesse an einer bestimmten Thematik. Trotz der Eigeninitiative ist es natürlich möglich, in Zusammenarbeit bzw. durch wiederholte Absprache mit der Betreuungsperson die eigens erdachte Themenstellung auszuarbeiten und zu verfeinern. Eine eigene Themenstellung kann zudem auch das Resultat der Anstellung in einem Unternehmen sein, wobei die Abschlussarbeiten, die in Kooperation mit einer realen Firma entstehen, häufig einen Sperrvermerk erhalten, da sie sensible Firmendaten beinhalten.

Zu berücksichtigen ist in dem Fall einer individuellen Themenstellung, dass unbedingt mit der gewünschten Betreuungsperson besprochen werden muss, ob dieses Thema in der angedachten Form funktionieren wird und die Masterarbeit mit dem zugehörigen Arbeitstitel angemeldet werden darf oder nicht. Ganz besonders dann, wenn eine Problemstellung bzw. Forschungsfrage komplett eigenständig, also gänzlich ohne die Konsultation einer Professorin oder eines Professors entstanden ist, sollte – am besten schriftlich – sichergestellt werden, dass das thematische Vorhaben für eine Masterarbeit angemessen ist.

Formulierung einer konkreten Problemstellung oder Forschungsfrage

Hinweis

Ein Beispiel für ein allgemeines Thema im Bereich Politikwissenschaften ist etwa „Die Finanzpolitik in Deutschland“. Dieses Thema ist viel zu allgemein gehalten, um darauf aufbauend eine wissenschaftliche Abschlussarbeit zu verfassen. Zudem fehlt eine konkrete Forschungsfrage bzw. Problemformulierung.

Unabhängig davon, ob das Thema für die Masterarbeit selbstständig formuliert oder (grob) durch die Professorin bzw. den Professor vorgegeben worden ist – in den meisten Fällen muss es noch präzisiert werden. Dadurch wird eine allgemeiner gehaltene Thematik in eine richtige Forschungsfrage bzw. Problemstellung überführt. Dies ist zwar vor allem dann relevant, wenn ein Thema der eigenen Feder der bzw. des Studierenden entsprungen ist, weil ihr bzw. ihm häufig weniger als einer Professorin oder einem Professorin klar ist, wie eine richtige Problemstellung aussehen muss und welche Fragestellung nicht funktionieren werden. Wenn eine potenzielle Betreuungsperson eine Themenstellung vorgibt, so ist diese oft schon recht konkret formuliert worden.

Wichtig ist, dass Studierenden bewusst ist, dass ein Unterschied zwischen einem grob vorformulierten Thema und einer präzise ausgearbeiteten Problemstellung oder Forschungsfrage besteht. Ein Thema ist etwas Allgemeines, oft Übergeordnetes – während sich eine Problemstellung konkret der Beschreibung, Untersuchung und einer zusammenfassenden Einschätzung einer bestimmten Frage oder Problematik widmet, die im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit betrachtet werden soll. Ein grobes Thema muss also präzisiert werden, bis es in einer ganz klaren Frage oder Problematik resultiert, die sinnvoll eingegrenzt wurde und im Rahmen von ca. 60 bis 80 Seiten bearbeitet werden kann.

Hinweis

In dem genannten Beispiel wäre etwa die folgende Formulierung präziser: „Analyse und kritische Betrachtung der Einsparpotenziale in Deutschland am Beispiel der Bundesregierung 2017 bis 2021“ – auch hier müssten einige ausgewählte Beispiele herausgegriffen werden, denn auch diese Thematik wäre ohne weitere Eingrenzung zu umfangreich. Aber die eingegrenzte Themenstellung wäre bereits deutlich präziser als das Beispiel eines allgemeinen Themas.

Ziel muss es dabei sein, dass die Masterarbeit am Ende des Schreibprozesses zu einem gewissen Ergebnis führt. Nichts ist im Rahmen der Bearbeitung der Masterarbeit schlimmer, als im Laufe der Zeit festzustellen, dass die bisherigen Recherche- und Schreibarbeiten (teilweise) umsonst waren, weil sich herausstellt, dass das gewählte Thema wider Erwarten in der Form nicht funktioniert und/oder ggf. sogar komplett geändert werden muss. Zwar müsste eine Betreuungsperson theoretisch bereits im Vorhinein von so einem Thema abraten bzw. dürfte es nicht offiziell annehmen, das ist aber nicht immer der Fall. Ein Grund hierfür ist, dass von Studierenden im Masterstudium erwartet wird, dass sie selbstständig einschätzen können, ob ein mögliches Thema tatsächlich sinnvoll zu bearbeiten sein wird – beispielsweise auf der Grundlage einer ersten Arbeitsgliederung.

Tiefgehende Auseinandersetzung mit herausgearbeiteter Problemstellung

Um sich bereits im Vorhinein relativ sicher sein zu können, dass eine geplante Themenstellung bzw. Forschungsfrage für die Masterarbeit funktionieren und im Rahmen einer 60-seitigen Arbeit zu einem angemessenen Ergebnis führen wird, sollten Studierende zeitnah nach Themenfindung eine vorläufige Gliederung erstellen, die auch bereits Seitenzahlen für die definierten Abschnitte enthält – auch wenn diese sich im Schreibprozess natürlich noch einmal verändern werden. Für das Verfassen einer ersten Arbeitsgliederung gibt es zwei Gründe:

  • Präzisierung des Themas für die Betreuungsperson, sodass diese eine genaue Vorstellung von dem Vorhaben der bzw. des Studierenden bekommt und dieses absegnen oder alternativ Korrekturwünsche mitteilen kann
  • Sicherstellung der Möglichkeit zur sinnvollen Bearbeitung des Themas durch Überprüfung, ob dieses im Rahmen des vorgegebenen Umfangs zu einem sinnvollen Ergebnis führen wird – also weder zu umfangreich noch zu stark eingegrenzt ist

 

Zusammenfassung zur Themenfindung für die Masterarbeit

In Kürze zusammengefasst stellen sich die folgenden Arbeitsschritte als relevant für das Finden einer Themenstellung bzw. einer Forschungsfrage für die Masterarbeit heraus:

Übersicht

Finden eines Themas für die Masterarbeit

  • Frühzeitiges Kümmern um Themenstellung und mögliche Betreuung
    (Wahl u. a. nach Interesse an Themengebiet, Eindruck von möglichen Betreuenden)
  • Auswahl bzw. Formulierung einer Themenstellung
    (Zurückgreifen auf bestehende oder Verfassen einer eigenen Forschungsfrage)
  • Präzisierung der Themenstellung, sofern notwendig
    (Überführen einer groben Thematik in eine konkrete Problemstellung)
  • Einarbeiten in identifizierte Problemstellung
    (Verfassen einer vorläufigen Gliederung, Rücksprache mit Betreuungsperson)

 

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