Der Aufbau einer Bachelorarbeit – lieber keine wackelige Angelegenheit

In der Theorie klingt es ganz einfach: Ein roter Faden muss zu finden sein und schon kann beim Aufbau Ihrer Bachelorarbeit nichts mehr schiefgehen. Die Umsetzung erweist sich jedoch oftmals als herausfordernder, denn der Aufbau einer Bachelorarbeit folgt einerseits klaren Regeln, muss aber andererseits Ihr persönliches Forschungsvorhaben widerspiegeln.

Step by step: die Einleitung Ihrer Bachelorarbeit 

Ein aussagekräftiges Zitat eignet sich hervorragend als Einstieg in eine Bachelorarbeit.

Der Aufbau Ihrer Bachelorarbeit beginnt mit der Einleitung – so weit, so klar. Auch wenn Sie beim Verfassen Ihrer Bachelorarbeit keine literarische Glanzleistung aufs Papier bringen müssen, ist die ein oder andere gestalterische Freiheit beim Schreiben der Einleitung erlaubt. So gilt bspw. generell, dass eine ausgefeilte Gliederung Ihrer Bachelorarbeit Struktur verleiht und ein stabiles Gerüst darstellt, das in Ihr Thema einführt und zur Beantwortung Ihrer Forschungsfrage hinleitet. In Bezug auf die Einleitung bedeutet das, dass Sie diese untergliedern können: Ein erster Punkt kann die Forschungsrelevanz umfassen, ein zweiter Punkt das bei Ihrer Bachelorarbeit zugrunde gelegte Forschungsdesign und ein dritter Punkt eine Aufschlüsselung Ihrer Forschungsfrage in Subforschungsfragen – dies bietet sich insbesondere dann an, wenn Sie empirisch vorgehen und die theoriegeleitete Subforschungsfrage einen anderen Aspekt zur Beantwortung der Hauptforschungsfrage abdeckt als die empiriegeleitete Forschungsfrage. Möglich ist es aber ebenso, auf eine Untergliederung der Einleitung zu verzichten und durch einige Seiten Text zum eigentlichen Thema der Arbeit hinzuleiten. Achten sollten Sie nur darauf, auf Plattitüden zu verzichten: Schauen Sie sich bspw. Abschlussarbeiten aus den Jahren 2007, 2012, 2017 und heute an und Sie werden feststellen, dass Sätze wie „Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung/Globalisierung“ seit inzwischen beinahe zwei Jahrzehnten fallen. Seien Sie stattdessen lieber konkret und füllen Sie Ihre Sätze mit tatsächlich relevantem Inhalt statt leeren Floskeln.

Und wie geht es nach der Einleitung weiter? Der Aufbau Ihrer Bachelorarbeit richtet sich grundsätzlich danach, ob es sich um eine theoretische Literaturarbeit handelt oder Sie eine empirische Arbeit verfassen möchten.

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Theoriearbeit

Unendliche Weiten – die Literaturarbeit 

Sie wird oft geschrieben … und oft unterschätzt. Mit dem Schreiben einer Literaturarbeit beweisen Sie, dass Sie in der Lage sind, mit den Unmengen an Forschungsliteratur umzugehen, die Ihr Fach zu bieten hat. Die Literaturarbeit verlangt dabei keineswegs, einfach wiederzugeben, was andere vor Ihnen bereits niedergeschrieben haben. Vielmehr geht es darum, Datenbanken und Bibliotheksregale nach relevanten Publikationen zu durchsuchen, fremde Gedanken hinsichtlich Ihrer Forschungsfrage kritisch einzuordnen und zu einer eigenen stringenten Argumentation zu verdichten. Einen festgelegten Aufbau gibt es für Literaturarbeiten nicht, aber es gilt, stets vom Grossen ins Kleine zu arbeiten. Um die Stringenz im Laufe der Arbeit zu gewähren, muss beispielsweise erst der historische Kontext des Dreißigjährigen Krieges umrissen werden, bevor herausgearbeitet werden kann, welche Rolle die Pferdezucht dabei spielte.

Wichtig bei der Theoriearbeit ist vor allem, dass Sie ein eigenes Netz aus Argumenten zusammenbauen müssen, das sich der Inhalte bereits vorhandener Forschungsliteratur bedient – dabei aber Ihren eigenen Gedanken folgt. Struktur und Wertigkeit Ihrer Arbeit ergeben sich dabei daraus, ob es Ihnen gelingt, die Argumentation schlüssig aufzubauen und einem roten Faden zu folgen.

Empiriearbeit

Quali, Quanti, Qual? – die empirische Arbeit 

Die empirische Arbeit identifiziert auf theoretischer Basis ein Problem, das sie anschliessend durch qualitative oder quantitative Forschungsmethoden zu lösen versucht. Dementsprechend darf der Aufbau einer empirischen Arbeit nicht direkt in die langersehnte eigene Forschung springen. Auch die empirische Arbeit muss nach der Einleitung zunächst das theoretische Fundament legen, aus dem sich die Forschungslücke ergibt, die Sie mit Ihrer Bachelorarbeit schließen möchten. Auf den theoretischen Teil, der auf der Auswertung von bestehender Literatur beruht, folgt der Methodikteil, in dem Sie zuerst erläutern, was Sie auf welche Art, warum und mit welcher Stichprobe untersuchen. Die so gewonnenen Ergebnisse werden anschliessend ausgewertet und diskutiert.

Hierbei müssen Sie beachten, dass nicht pauschal gesagt werden kann, ob die qualitativen oder quantitativen Forschungsdesigns der größere Aufwand sind. Bei einer qualitativen Arbeit können Sie sich beispielsweise entschliessen, Interviews zu führen, um ein subjektiv wahrgenommenes Problem zu untersuchen, das Ihrer Forschungsfrage zugrunde liegt. Hier müssen Sie zwar keine Berechnungen vornehmen, doch unterschätzen Sie nicht die Zeit, die Sie benötigen werden, um die Interviews zu führen, aufzuzeichnen und zu transkribieren. Auch die Auswertung in Form der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ist ein Berg an Arbeit, den es zu erklimmen gilt. 

Bei der quantitativen Arbeit wiederum sollten Sie fit in der Bedienung einer gängigen Statistiksoftware sein – dies kann SPSS, aber auch R Studio oder STATA sein –, sodass teilweise auch Programmierkenntnisse vorhanden sein sollten. Gerade im Zuge der Bachelorarbeit geraten hier viele Studierenden an Ihre Grenzen.

Fazit

Alles hat ein Ende – Fazit und Ausblick

Egal, ob Literaturarbeit oder ein empirischer Ansatz – ein Fazit schlisst grundsätzlich jede Bachelorarbeit ab. Klassischerweise wird das Fazit auch tatsächlich zum Schluss geschrieben, zumindest jedoch, wenn die Bachelorarbeit schon weitestgehend fertiggestellt ist. Das Fazit zieht die in der Bachelorarbeit gesponnenen Fäden zusammen und macht sprichwörtlich „eine runde Sache“ daraus. Zu Unrecht, denn gemeinsam mit der Einleitung rahmt das Fazit Ihre Bachelorarbeit. Als Faustregel für einen gelungenen Aufbau gilt: Wer nur Einleitung und Fazit Ihrer Bachelorarbeit liest, muss trotzdem in der Lage sein, Forschungsfrage und Forschungsrelevanz, Ihr Vorgehen sowie Ihre Ergebnisse stringent nachzuvollziehen. Statt einfach nur in Kurzform wiederzugeben, was im Laufe Ihrer Bachelorarbeit ohnehin schon erläutert wird, fasst das Fazit die zentralen Thesen zusammen, stellt sie in Relation zu bereits vorhandener Forschungsliteratur und beantwortet die Forschungsfrage(n) bzw. nimmt Stellung zu vorab aufgestellten Hypothesen.

Nobody’s perfect
– auch Ihre
Bachelorarbeit nicht!

Das Sahnehäubchen auf einem gelungenen Fazit ist eine fundierte Diskussion der Limitationen Ihrer Bachelorarbeit. Bei längeren Arbeiten wird der Aufbau oft so gestaltet, dass den Forschungslimitationen ein eigenes Kapitel gewidmet wird. Der noch überschaubare Aufbau einer Bachelorarbeit erlaubt es aber oft, die Limitationen im Rahmen des Fazits darzulegen. Einzugestehen, dass das eigene Forschungsvorhaben Grenzen unterliegt, ist dabei keine Schande, sondern zeichnet Sie vielmehr als erstzunehmendes Mitglied der Wissenschaftswelt aus. Denn nur wer weiß, welche Stärken und Schwächen die eigene Arbeit hat, wie repräsentativ die Stichprobe gewählt wurde, welche Impulse für weiterführende Forschungen gegeben wurden und wo weiterhin Forschungslücken warten, hat das Handwerkszeug der Wissenschaft verstanden – und das galt es schliesslich, in Ihrer Bachelorarbeit zu beweisen.

Checkliste

Achtung, nicht vergessen!

  • Einleitung und Fazit rahmen Ihre Arbeit

Wer nur diese beiden Komponenten liest, sollte trotzdem in der Lage sein, Ihre Fragestellung, deren Beantwortung, Ihre Herangehensweise und Ihren Beitrag zum Forschungsdiskurs zu erkennen. Faustregel: Einleitung und Fazit nehmen üblicherweise jeweils etwa 10 % Ihrer Arbeit ein, ihr Stellenwert für die Bewertung ist jedoch deutlich grösser. 

  • Ihre spezifische Fragestellung gibt die Richtung vor

Ein grober Fehler im Aufbau Ihrer Bachelorarbeit wäre es, zu viel Raum für die unreflektierte Wiedergabe von Altbekanntem einzuräumen. Diese Seiten fehlen Ihnen für eine eigene Analyse und es besteht die Gefahr, dass die Sie bewertenden Dozierenden einschlafen, wenn Sie die Säkularisation im 21. Jahrhundert vom Mittelalter an herleiten. 

  • Das Fazit ist keine Zusammenfassung

Sie können davon ausgehen, dass Ihre Betreuerin oder Ihr Betreuer sich an den Inhalt Ihrer Bachelorarbeit beim Lesen des Fazits noch erinnern kann! Statt den kompletten Inhalt noch einmal in Kurzform zu wiederholen, sollten nur die prägnantesten Thesen diskutiert, Limitationen der eigenen Studie dargelegt und Ansätze für weitere Forschungen eröffnet werden. 

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