Zulassungs-
voraussetzungen
zur Promotion

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Grundsätzliche Anforderungen zur Zulassung

Strebt man eine Promotion und damit einen Doktortitel an, müssen dazu bestimmte grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein, um zugelassen zu werden. Diese grundlegenden Voraussetzungen werden ergänzt um Individuelle, welche etwa von der Promotionsordnung oder dem Land der Erlangung sowie der Art der Promotion abhängen.

Als grundsätzliche Voraussetzungen können gelten, dass:

a) ein zur Promotion befähigender Studienabschluss vorliegen – also ein Master, Diplom, Magister oder ein Staatsexamen sowie mit Einschränkungen ein Bachelor;
b) das Studium fachlich dem angestrebten Promotionsthema grundsätzlich entspricht – wobei auch fachfremde Promotionen prinzipiell möglich sind, hierbei in der Regel jedoch diverse Zusatzleistungen erbracht werden müssen;
c) das Studium überdurchschnittlich abgeschlossen wurde.

Darüber hinaus können etwa auch besondere Sprach- oder Methodenkenntnisse vorausgesetzt werden. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen sind in der jeweiligen Promotionsordnung der Universität oder Fakultät festgelegt, sodass generelle Aussagen schwierig sind. Als Beispiel für den Nachweis von Methodenkenntnissen kann etwa die Voraussetzung gelten, dass mindestens 30 ECTS-Punkte in wissenschaftlichen Modulen nachgewiesen werden müssen. Die einzelnen Fakultäten haben dabei Promotionsbeauftragte, welche explizit Auskünfte die Sache betreffend geben.

Von der Fachhochschule zur Promotion

Auch wenn grundsätzlich Fachhochschulen keine Promotionsberechtigung haben, kann man auch mit FH-Abschluss einen Doktortitel erlangen – jedoch nicht an einer Fachhochschule. In der Realität zeigt sich aber, dass sich die Annahme der Promotion mit einem FH-Abschluss oftmals schwieriger gestaltet, als es etwa mit einem Universitätsabschluss der Fall wäre. So Fehlen etwa häufig Kontakte zu promotionsberechtigten Professoren und es ist generell vergleichsweise schwerer, einen Doktorvater zu finden, sodass das Betreuungsangebot an der Fachhochschule allgemein entsprechend gering ist. Zudem müssen hier etwa besonders gute Abschlussnoten nachgewiesen sowie eine interessante und wenig bearbeitete Forschungsfrage in der Doktorarbeit behandelt werden. Die Wege zur Promotion für FH-Absolventen hängen von den Promotionsordnungen der jeweiligen Hochschulen ab.

Doktorwerden mit Bachelorabschluss

Üblicherweise folgt eine Promotion (sofern sie angestrebt wird) auf einen Mastertitel oder ein Diplom, jedoch erlauben viele Universitäten vermehrt auch die Promotion auf Basis eines Bachelorabschlusses. Ein häufig genutzter Begriff hierfür ist die „Fast-Track-Promotion“. Dieser Weg ist grundsätzlich seit dem Jahr 2000 möglich und richtet sich an besonders qualifizierte Studenten. Es wird dabei jedoch grundsätzlich eine Eignungsfeststellungsprüfung gefordert, über deren genaue Ausgestaltung die Universitäten selbst entscheiden können. Neben einer solchen Eignungsfeststellungsprüfung können etwa auch spezifische weitere Anforderungen gestellt werden, so wie etwa das Bestehen bestimmter Module aus dem entsprechenden Masterstudiengang. Insbesondere im angloamerikanischen Raum sind Promotionen mit einem Bachelor weniger ungewöhnlich. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass der deutsche Bachelor in der Regel nur sechs Semester statt acht wie in den USA umfasst, womit dies praktisch ein Ausschlusskriterium darstellen kann.

Promotionsstudiengänge

Unter academics.de befinden sich Kurzprofile zu diversen Graduiertenschulen zum Erwerb der Promotion in Deutschland.

Eine Zulassung kann zudem etwa auch über bestimmte Promotionsstudiengänge erfolgen, welche in Deutschland als relativ neue Form im Zuge des Bologna-Prozesses gesehen werden können. Diese sind jedoch nicht hochschuleinheitlich geregelt. Bei solchen Promotionsstudiengängen wird häufig der Doktortitel als Ph.D. und nicht als Dr. verliehen. Ph.D. steht für Doctor of Philosophy und ist in englischsprachigen Ländern der wissenschaftliche Doktorgrad über nahezu alle Fächer. Solche Promotionsprogramme werden etwa von Graduiertenkollegs angeboten, wobei auch hier manche einen Bachelor als Eingangsvoraussetzung akzeptieren.

Promovieren im Ausland

Eine internationale Liste mit über 1.000 Promotionsstudiengängen kann unter dem nachfolgenden Link eingesehen werden: phdstudies.de.

Grundsätzlich kann ein Absolvent auch eine Promotion im Ausland anstreben und erwerben. Auch hier kann dies in Form einer individuellen Promotion oder häufiger über strukturierte Promotionsprogramme geschehen. Zu erwähnen sei an dieser Stelle, dass eine im Ausland erworbene Promotion (häufig in Form eines Ph.D.) häufig nur geführt werden darf, wenn der Name der verleihenden Institution mit angegeben wird. Die Zulassungsvoraussetzungen können hierbei je nach Land, Institut und der jeweils geltenden Promotionsordnung verschieden sein. Jedoch gilt etwa im europäischen Ausland ein sehr gutes bis gutes Masterstudium in der Regel als notwendig. Ein paar Besonderheiten ergeben sich dabei mit Blick auf England, Kanada und die USA, wo etwa auch Bachelors of Honours die Möglichkeit zur Promotion haben, wobei im Rahmen der Promotion zugleich auch ein Masterabschluss erworben wird. Dies setzt jedoch auch den Besuch der entsprechenden verpflichtenden Veranstaltungen mit ein. Hier ist der Promotionsprozess generell vergleichsweise stark verschult.

Wege zum Doktor

Wie bereits dargelegt wurde, gibt es diverse Pfade, die den Weg zur Promotion ebnen. Die verschiedenen Möglichkeiten sind dabei jedoch mit unterschiedlich zu erfüllenden Zulassungsvoraussetzungen verbunden. Diese gestalten sich nicht nur hinsichtlich der Ausgangsqualifikation (in Form eines bestimmten Abschlusses) unterschiedlich, sondern sind auch ganz konkret davon abhängig, in welchem Land, an welcher Institution, zu welchem Thema bzw. welcher thematischen Nähe, in welchem Fachgebiet, in welcher Fakultät und nach welcher konkreten Prüfungsordnung die Erlangung eines Doktortitels angestrebt wird. Ganz grundsätzliche Aussagen über die konkreten Zulassungsvoraussetzungen des spezifischen eingeschlagenen Weges können also kaum gegeben werden.

Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass selbst wenn die Voraussetzungen für eine Zulassung zur Promotion vorliegen, dies noch keine Garantie für eine Annahme des Promotionsbestrebens ist. Bei Promotionsstudiengängen steht man etwa im Wettbewerb mit anderen Bewerbern und bei individuellen Promotionen – also die in Deutschland klassische Weise in Bezug auf die Promotion unter einem Doktorvater in Eigenregie – hat der potenzielle Doktorvater beziehungsweise die Doktormutter die letztendliche Entscheidungsgewalt, ob das Thema und das Doktorat als solches auch angenommen und betreut werden.

Zudem ist noch zu erwähnen, dass eine Promotion natürlich nicht direkt an das Studium angeschlossen werden muss. Es ist generell nicht unüblich, seinen Doktor erst nach vielen Jahren der Berufstätigkeit zu erwerben. Zu bedenken ist hierbei jedoch, dass die Nähe zur Wissenschaft und die Kompetenzen hinsichtlich wissenschaftlichen Arbeitens und notwendiger Methoden direkt nach dem Studium an der Universität häufig besser sind, als wenn zwischen Studium und Promotion viele Jahre der praktischen Tätigkeit liegen.

Interessante Verweise

Seite des deutschen Bildungsministeriums mit diversen und umfassenden Informationen zu Promotionsmöglichkeiten generell:
research-in-germany.org.

Statistiken des statistischen Bundesamtes hinsichtlich Promovierender in Deutschland:
destatis.de.

Promovieren mit Abschluss einer Fachhochschule:
docplayer.org

Übrigens: Die Mühen eines Promotionsverfahrens zahlen sich für viele Doktorandinnen und Doktoranden langfristig aus. Mit einem Doktortitel lässt sich je nach Fachbereich eine deutliche Steigerung des Jahresgehalts erzielten, wie die folgende Übersicht zeigt:

Quelle: welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/

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